Projekt


Chancen, Normen und informelle Pflegeleistungen: Auswirkungen der Pflegeleistung auf die Gesundheit und Erwerbsbeteiligung der Pflegenden

In diesem Projekt schätzen wir die Auswirkungen von Angehörigenpflege auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen. Wir argumentieren dabei, dass der starke Ausbau an Pflegeheimkapazitäten in Deutschland (und dessen regionalen Unterschiede) als ein natürliches Experiment betrachtet werden kann, das hilft, diese Effekte zu identifizieren. Im Jahr 1950 gab es in Deutschland einige hundert Pflegeheime, während diese Zahl auf gegenwärtig mehr als 12.000 anstieg. Dieser Anstieg ging einher mit einem Wandel der gesellschaftlichen Normen zur Betreuung der eigenen Eltern und Schwiegereltern. Während die Pflegebedürftigkeit aufgrund des technischen Fortschritts in der Medizin ebenfalls zunahm, ermöglichte es die Zunahme der Pflegeheimkapazitäten den Frauen, Pflegeverpflichtungen für ihre pflegebedürftigen Eltern an Heime und stattdessen am Erwerbsleben teilzunehmen. Abgesehen vom Rückgang der Fertilität und der steigenden Bildungspartizipation könnte dies in den letzten Jahrzehnten zu dem Anstieg der weiblichen Erwerbsbeteiligung geführt haben.

Wir sammeln Informationen über den Bestand an Pflegeheimen der vergangenen Jahrzehnte und erstellen damit ein neuartiges Panel mit Informationen über die Verfügbarkeit von Pflegeheimen auf Jahresdistriktebene seit 1970. Diese Informationen auf Kreisebene sollen dann mit Mikrozensusdaten zusammengeführt werden.

Wir werden Regressionen des Gesundheits- und Erwerbsstatus von Frauen auf das regionale Angebot von Pflegeheimen durchführen. Dabei argumentieren wir, dass die regionalen Unterschiede im Zeitpunkt der Eröffnung von Pflegeheimen exogen sind (wenn allgemeine Zeit- und Regionaleffekte herausgerechnet sind).

Projektleiter
Hendrik Schmitz

Hendrik Schmitz

Wissenschaftler


+49 (201) 8149 221

Team

Ansgar Wübker

Ansgar Wübker

Wissenschaftler


+49 (201) 814 99

Martin Karlsson

Martin Karlsson

Wissenschaftler


+49 (201) 183 3716