Projekt


Ursachen regionaler Unterschiede in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen

Die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen variiert stark nach geografischer Region. Es gibt mehrere mögliche Ursachen für diese Variation. Einerseits können regionale Unterschiede durch Angebotsdivergenzen medizinischer Versorgung erklärt werden. So gibt es zum Beispiel erhebliche regionale Unterschiede in der Anzahl der Ärzte und Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner. Unterschiede im Angebot der medizinischen Versorgung können auch das Ergebnis der unterschiedlichen Praktiziergewohnheiten und Präferenzen der Gesundheitsdienstleister sein. Andererseits lassen sich regionale Unterschiede auch durch Variationen in der Nachfrage nach medizinischer Versorgung erklären; z.B. gibt es Unterschiede in der Gesundheit und in Gesundheitsbedürfnissen zwischen den Regionen. Unterschiede in der Nachfrage nach medizinischer Versorgung können auch das Ergebnis von Präferenzen der Patienten für die medizinische Versorgung sein.

Diese alternativen Erklärungen führen zu sehr unterschiedlichen politischen Implikationen. Unterschiede in der medizinischen Versorgung sind schwer mit dem deutschen Verfassungsmandat für gleiche Lebensbedingungen in allen Regionen vereinbar. Gleichermaßen können Differenzen auch auf die ineffiziente Allokation von Ressourcen hindeuten, bei welcher Überversorgungen in einigen Bereichen mit Unterversorgungen in anderen koexistieren können. Der Zugang zur medizinischen Versorgung in Gebieten mit abnehmender Bevölkerung ist ein beträchtliches Anliegen in Politik und Öffentlichkeit. Wenn jedoch der regionale Unterschied in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen überwiegend durch Unterschiede in der Patientengesundheit und ihren Präferenzen erklärt werden kann, d.h. durch nachfrageseitige Faktoren, dann können regionale Unterschiede immer noch die effiziente Allokation von Ressourcen widerspiegeln.

In diesem Projekt nutzen wir die Migration von Patienten, um die Effekte der Angebotsfaktoren von denen der Nachfragefaktoren zu entflechten. Unsere Ziele sind es:

  1. Die Anteile der regionalen Unterschiede in den gesamten Ausgaben für die medizinische Versorgung pro Kopf zu identifizieren, die auf Angebots- und Nachfragefaktoren zurückzuführen sind.
  2. Regionale Unterschiede in der Häufigkeit von spezifischen Verfahren zu erforschen.
  3. Zu untersuchen, ob und inwieweit regionale Unterschiede in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen mit Unterschieden in der Qualität der Versorgung einhergehen.
Projektleiter
Martin Salm

Martin Salm

Wissenschaftler


+31 (13) 466 3425

Team

Ansgar Wübker

Ansgar Wübker

Sprecher


+49 (201) 8149 242